Buch · 26 Karteikarten

Gewaltfreie Kommunikation: Kernaussagen

Rosenbergs Modell hat vier Schritte – Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte – und zwei Richtungen: sich selbst ehrlich ausdrücken und dem anderen einfühlsam zuhören. Die 26 Karten erklären jeden Schritt, die typischen Verwechslungen, die Sprache, die Verbindung blockiert, und wie die GFK mit Ärger, Selbstkritik und Dank umgeht.

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So lernst du dieses Set

Nimm dir einen Satz vor, der dich zuletzt geärgert hat, und zerlege ihn nach dem Lernen in Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte. Die Übung zeigt schnell, wo sich Urteile eingeschlichen haben.

Alle 26 Karteikarten

Was ist das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation?

Eine Verbindung herzustellen, in der die Bedürfnisse aller zählen – statt zu urteilen oder Druck zu machen.

Entwickelt hat den Ansatz der US-Psychologe Marshall B. Rosenberg (1934–2015).

Aus welchen vier Schritten besteht die GFK?

Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte.

In welchen zwei Richtungen wendest du die vier Schritte an?

Beim ehrlichen Ausdrücken dessen, was in dir lebendig ist, und beim einfühlsamen Aufnehmen dessen, was im anderen vorgeht.

Was unterscheidet eine Beobachtung von einer Bewertung?

Eine Beobachtung beschreibt konkret, was passiert ist – wie eine Kamera, ohne Urteil über die Person.

Statt „Du kommst immer zu spät“: „Du bist diese Woche zweimal nach neun gekommen.“

Welche Wörter verraten oft, dass sich eine Bewertung in eine Beobachtung mischt?

Verallgemeinerungen wie „immer“, „nie“ oder „ständig“.

Warum ist „Ich fühle, dass du mich ignorierst“ kein Gefühl im Sinne der GFK?

Es ist eine Deutung dessen, was der andere tut. Ein Gefühl wäre zum Beispiel: Ich bin traurig.

Warum sind Wörter wie „manipuliert“ oder „im Stich gelassen“ keine reinen Gefühle?

Sie beschreiben, was andere uns angeblich antun – eine Interpretation, kein Gefühl.

Was ist laut Rosenberg die Ursache unserer Gefühle?

Unsere erfüllten oder unerfüllten Bedürfnisse. Das Verhalten anderer ist nur der Auslöser.

Wie deutet Rosenberg Urteile und Vorwürfe?

Als tragischen Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.

Wie formulierst du in der GFK eine Bitte?

Konkret, erfüllbar und positiv: Sag, was du möchtest – nicht, was du nicht möchtest.

Woran erkennst du, ob eine Bitte eigentlich eine Forderung ist?

An der Reaktion auf ein Nein: Folgen Vorwürfe, Schuldgefühle oder Strafe, war es eine Forderung.

Was bedeutet Empathie in der GFK?

Ganz präsent sein für das, was der andere fühlt und braucht – ohne zu bewerten.

Was steht echter Empathie oft im Weg?

Gut gemeinte Reflexe: Ratschläge geben, trösten, belehren, beschwichtigen oder die eigene Geschichte erzählen.

Wozu dient das Paraphrasieren?

Du gibst in eigenen Worten wieder, was du gehört hast, und prüfst, ob du den anderen richtig verstanden hast.

Welche vier Möglichkeiten hast du, eine negative Botschaft aufzunehmen?

Dich selbst beschuldigen, den anderen beschuldigen, deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen oder die des anderen.

Was nennt Rosenberg lebensentfremdende Kommunikation?

Sprache, die Verbindung blockiert: moralische Urteile, Vergleiche, das Leugnen von Verantwortung und Forderungen.

Warum lehnt Rosenberg das Denken in Strafe und Belohnung ab?

Wer aus Angst vor Strafe oder für eine Belohnung handelt, handelt nicht aus Einsicht – das kostet Vertrauen.

Welche Übung schlägt Rosenberg für alles vor, was du „tun musst“?

„Ich muss“ durch „Ich entscheide mich dafür, weil ich … will“ ersetzen – und das Bedürfnis dahinter erkennen.

Wie drückst du laut Rosenberg Ärger vollständig aus?

Innehalten und atmen, urteilende Gedanken erkennen, dich mit deinen Bedürfnissen verbinden, Gefühle und unerfüllte Bedürfnisse aussprechen.

Woher kommt Ärger laut Rosenberg?

Aus Gedanken darüber, wer schuld ist oder was jemand verdient – nicht direkt aus dem Verhalten anderer.

Was unterscheidet schützende von strafender Macht?

Schützende Macht verhindert Schaden, etwa wenn du ein Kind von der Straße ziehst. Strafende Macht will jemanden leiden lassen.

Wie gehst du in der GFK mit eigenen Fehlern um?

Mit Selbstempathie: das Bedauern über das unerfüllte Bedürfnis zulassen, statt dich zu beschimpfen – und daraus lernen.

Aus welchen drei Teilen besteht Wertschätzung in der GFK?

Was der andere getan hat, welches Bedürfnis das erfüllt hat und welches angenehme Gefühl es in dir auslöst.

Warum ist auch Lob in der GFK heikel?

Lob ist ebenfalls ein Urteil über andere und kann manipulativ wirken. Die GFK drückt stattdessen Dank für erfüllte Bedürfnisse aus.

Wofür stehen Giraffe und Wolf in GFK-Seminaren?

Die Giraffe für einfühlsame Sprache von Herzen, der Wolf für urteilende, angreifende Sprache.

Die Giraffe steht in der GFK für ein großes Herz. Im Englischen steht statt des Wolfs ein Schakal.

Bei wem studierte Rosenberg, bevor er die GFK entwickelte?

Bei Carl Rogers, dem Begründer der klientenzentrierten Gesprächstherapie.